Die NEAT-Baustelle Sedrun stellt nicht nur wegen den schwierigen geologischen Verhältnissen, sondern auch aufgrund der anspruchsvollen Logistik für die Tunnnelbauer eine besondere Herausforderung dar.
Materialtransporte nach Sedrun: Aufgrund der Vorgabe des Bauherrn werden Materialien wie Zement oder Stahl mit der Eisenbahn auf die Baustelle Sedrun gebracht.
Versorgung der Baustelle: Das für den Vortrieb und den Tunnelausbau benötigte Material sowie die eingesetzten Maschinen und Geräte werden über den 1 km langen Zugangsstollen und die 800 m tiefen Schächte I und II in die Schachtfusskaverne transportiert. Der Schacht II wurde mit einer Schwerlastförderanlage ausgerüstet, damit der Betrieb des Schachtes I durch den Transport sperriger Materalien wie Gleise, Rohre, Maschinen und Geräte nicht behindert wird.
Transport des Ausbruchmaterials: Der Abtransport des Gesteins von den verschiedenen Ausbruchstellen erfolgt in den Nordvortrieben mittels Stollenbahn. Die Schutterwagen werden vor Ort mit Fahrladern beladen und zum Schacht I gebracht. In den Südvortrieben wird das Ausbruchmaterial über Förderbandanlagen bis zur Bahnverladeanlage in der Nähe des Schachtfusses transportiert. Dort wird das Ausbruchmaterial ebenfalls auf Schutterwagen verladen. Die Wagen werden vollautomatisch in den Lift geschoben und anschliessend nach oben zum Schachtkopf gefördert. Der Lift ist mit einer äusserst starken Winde ausgerüstet und benötigt für die 800 m rund 1 Minute 20 Sekunden. Beim Schachtkopf wird ein Zug mit je 6 Wagen zusammengestellt. Anschliessend werden sie von einer Lokomotive durch den Zugangsstollen ins Freie gezogen, wo das Ausbruchmaterial in eine Brechanlage gekippt wird. Nach dem Entladen werden die Schutterwagen wieder zum Schachtfuss gebracht.
Der Schacht I stellt die logistische Schlüsselstelle der ganzen Baustelle dar. Nur mit einem optimalen und ununterbrochenen Betrieb kann die erwünschte Vortriebsleistung ermöglicht werden.
TGV TUJETSCH
Der TGV Tujetsch bringt die Tunnelarbeiter zum Schachtkopf.