Die HEILIGE BARBARA SCHÜTZT DIE MINEURE

Die Legende von der heiligen Barbara

Barbara

Seit dem Mittelalter gilt die heilige Barbara als die Schutzpatronin des Bergbaus. Die heute bekannteste und am weitesten verbreitete Legende ist um 1250 entstanden. Gemäss dieser “Goldenen Legende” lebte im 3. Jahrhundert ein angesehener und reicher Römer in Kleinasien, der heutigen Türkei. Er war Heide und als Verehrer von Göttern und Götzen bekannt. Der Römer hatte eine bildhübsche und gebildete Tochter namens Barbara. Um ihre Schönheit zu bewahren und sie von den Menschen fernzuhalten, sperrte er sie in einen mit allen Bequemlichkeiten eingerichteten Turm ein. Barbara nutzte diese Einsamkeit zum Studium der Wissenschaften. Als sie die christliche Religion kennenlernte, sah sie in einem christlichen Leben ihre Lebensaufgabe und liess sich taufen.

Bevor ihr Vater eine grössere Reise antrat, liess er im Turm eine Badestube mit zwei Fenstern einrichten. In Abwesenheit ihres Vaters wurde auf Barbaras Wunsch ein weiteres Fenster hinzugefügt, um der Dreifaltigkeit Gottes zu entsprechen. Als der Vater von seiner Reise zurückkehrte, musste ihm Barbara Rechenschaft über das dritte Fenster ablegen und  bekannte sich zum Christentum. Ihr Vater war darüber so erbost, dass er seine Tochter mit einem Schwert töten wollte. Barbara aber betete zu Gott, worauf sich der Fels spaltete, Barbara aufnahm und sie auf einem Berg wieder freigab. Ihr Aufenthalt wurde jedoch verraten. Nachdem sie trotz schrecklichsten Folterungen nicht vom christlichen Glauben abkehrte, wurde sie von ihrem eigenen Vater am 4. Dezember enthauptet. Dieser wurde kurz darauf von einem Blitz getroffen und getötet.

Barbara-Feier am 4. Dezember

Durch die legendäre Verbindung zum Fels soll die heilige Barbara als Schutzpatronin die Bergleute vor dem unvorbereiteten, plötzlichen Tod bewahren. Jeweils am 4. Dezember wird es ganz still auf allen Tunnelbaustellen. In einer im Tunnel abgehaltenen heiligen Messe zu Ehren der heiligen Barbara gedenken die Mineure der verletzten und verstorbenen Kollegen und bitten um Schutz und Beistand bei ihrer gefährlichen Tätigkeit unter Tag. Da werden selbst die hartgesottensten Mineure nachdenklich. Zur Andacht und zum anschliessenden Mittag- oder Nachtessen werden jeweils die Mineure, die Bauleitung und verschiedene Gäste eingeladen.

Symbole

Die heilige Barbara wird meistens mit einem Turm und einem Schwert oder einer Feder dargestellt. Der Turm bezieht sich auf ihre Gefangenschaft und ihr Martyrium. Als Sinnbild der Dreifaltigkeit enthält der Turm in der Regel drei Fenster. Das Schwert nimmt Bezug auf die grausame Handlung des Vaters, während die Feder als Zeichen der himmlischen Nähe oder als Symbol der Jungfräulichkeit dient.